Zukunft Standort Heidenheim

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14.04.2009 Der Betriebsrat der Firma Epcos Heidenheim arbeitet gemeinsam mit "kompetenz&innovation.bawü" an einem Zukunftskonzept zur Beschäftigungssicherung.

Betriebsrat mit Weitblick

Am Epcos Standort in Heidenheim besteht ein Standortsicherungstarifvertrag bis 2012. Der Betriebsrat beschäftigt sich schon sehr frühzeitig mit der Thematik, was im Anschluss an die Standortsicherung in Heidenheim geschehen soll. Da für ein Zukunftskonzept die Beteiligung der Beschäftigten sehr wichtig ist, veranstaltet der Betriebsrat und die IG Metall Verwaltungsstelle Heidenheim gemeinsam mit dem Projekt "kompetenz&innovatin.bawü" eine vortragsgestütze Workshopreihe, um gemeinsam die Zukunft am Standort zu gestalten.

Generelles Ziel der Workshopreihe ist, Beschäftigte in Forschung, Entwicklung, Planung und Produktion in die Aktivitäten des Betriebsrats und der IG Metall einzubinden und sie für ein unterstützendes Engagement zu gewinnen.

Zukunftshandeln in der Krise

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, sich für die Zukunft zu rüsten. Aus diesem Grund haben die Kolleginnen und Kollegen der IG Metall Verwaltungsstelle, des Epcos-Betriebsrats sowie von "kompetenz&innovation.bawü" in den zurückliegenden Monaten ein Zukunftskonzept für den Standort erarbeitet.
Damit soll dem permanenten Druck und der ständigen Angst um Arbeitsplätze ein Alternativkonzept gegenüber gestellt werden.

Ganzheitliches Konzept

Ziel des Konzepts des Betriebsrats ist der Auf- und Ausbau eines Kompetenz- und Entwicklungszentrums. Es sichert alle bestehenden Arbeitsplätze am Standort von der Entwicklung, Konstruktion, Planung, 0-Serie bis zur serienreifen Fertigung.
Hinzu kommen die Betreuung der verschiedenen Standorte im Ausland und der Erfahrungsrückfluss, der für die neue Grundlagen- und Anwendungsforschung von Bedeutung ist.

Zum ganzheitlichen Konzept des Betriebsrats gehört die Intensivierung der Aus- und Weiterbildung für alle Beschäftigten.

Peter Hoffmann, als Betriebsratsvorsitzender, und alle Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat sind überzeugt, dass der Standort Heidenheim mit dem Konzept eine gute Perspektive hat. "Wenn hier jetzt alle zusammenhalten, das Projekt unterstützen und an der Umsetzung mitarbeiten, dann kann die Arbeitsplatzsicherung gelingen", bringt er seine Hoffnung zum Ausdruck.

Die Kolleginnen und Kollegen des Betriebsrats wissen eines: Das beste Konzept bleibt Papier, wenn nicht in Produktinnovationen investiert wird.
Der Betriebsrat will dazu Impulse setzen.

Auftakt: Innovationen in der Automobilindustrie

Epcos Heidenheim ist u.a. Zulieferer der Automobilindustrie. Daher ist es gerade heute wichtig zu erfahren, wohin sich die Fahrzeugelektronik entwickelt.

Mit Dr. Heinz-Rudolf Meißner vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung konnte für die Auftaktveranstaltung der Workshopreihe ein Experte gewonnen werden, der einen Einblick in die technologischen Entwicklungen und Marktsituationen unter der Überschrift "Innovationsdynamik und Innovationsnetzwerke in der Automobolindistrie" geben konnte.

Innovationsdynamik und Innovationsnetzwerke in der Automobilindustrie

Verschiedene Prognosen der letzten Jahre deuten darauf hin, dass sich der Elektronikanteil im Automobil verdoppeln wird von 20% auf 40%. Epcos als Zulieferer verschiedener Elektronikbauteile könnte von diesem Trend möglicherweise profitieren, vorausgesetzt, dass man sich frühzeitig in die Entwicklung einbringt.
Ebenso wichtig ist es, sich in unterschiedliche Allianzen und Innovationsnetzwerke einbringen zu können.
Dr. Meißner wies in diesem Zusammenhang auf verschiedene regionale Cluster in Baden-Württemberg hin. Insbesondere Kompetenznetzwerke im Automotive Bereich interessierte die Anwesenden.

Zentrale Rolle der Elektronik im Innovationsgeschehen

Die Teilnehmenden der gut besuchten Veranstaltung wurden hellhörig, als Dr. Meißner die verschiedenen Netzwerke und Cluster in Baden-Württemberg vorstellte. Hier zeigte sich die Dringlichkeit und Wichtigkeit als Unternehmen, Mitglied in solchen Clustern zu werden. So ist eine Abkehr von streng hierarchischen Strukturen (Pyramiden-Modell), wie sie häufig in den Beziehungen zwischen Automobilherstellern und Zulieferern zu finden sind, hin zu netzförmigen Strukturen, wie Innovationsnetzwerke, Forschungskooperationen und (regionaler) Cluster eine Möglichkeit um im Wettbewerb auch künftig bestehen zu können.

Positives Fazit

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, welche Bedeutung es hat, dass der Betriebsrat sich mit der Thematik auseinandersetzt und darauf hinwirkt, konzerninterne Netwzwerkstrukturen weiter zu entwickeln.

Ralf Willek von der IG Metall Verwaltungsstelle Heidenheim machte in seinem Fazit deutlich, wie wichtig es für die Region ist, Arbeitsplätze zu sichern und zu fördern. Die IG Metall begrüßt die Initiative des Betriebsrats, da dieses ganzheitliche Konzept alle Arbeitsplätze gleichermaßen einschließt.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe findet am 29.April statt. Dann steht ein anderer Anwendungsbereich für Elektronikbauteile der Firma Epcos im Mittelpunkt. "Fortschrittliche Maut- und Verkehrsmanagementsysteme" ist das Thema.

Letzte Änderung: 22.02.2016